Zandvoort Beach for Amsterdam

Zeitreise: Vor Zandvoorts Küste tritt 140 Jahre altes Schiffswrack zu Tage

Bei Niedrigwasser fallen Überreste der 1880 gesunkenen St. Nicolas trocken


Es ist ein spannender Rückblick in die Geschichte: Bei extremem Niedrigwasser gibt das Meer vor der Küste von Zandvoort regelmäßig den Blick auf die Überreste eines Schiffs frei. Es handelt sich dabei um die St. Nicolas, die am 1. Januar 1880 vor Zandvoort auf eine Sandbank aufgelaufen ist. Je weiter sich das Wasser zurückzieht, desto deutlicher kann man auf Höhe des Strandabschnitts Nummer 70 den Schiffsrumpf und die seitlich daraus herausragenden Holzspanten erkennen.


 

@Rob Bossink


Glück im Unglück

Glücklicherweise konnte die gesamte Besatzung gerettet werden. Für das dreimastige Segelschiff ging dieser Unfall jedoch weniger glimpflich aus. Denn im Zuge der Rettung war das Leuchtfeuer nicht vollständig gelöscht worden. Durch den Wind wuchs die verbleibende Glut zu einem großen Feuer an, das nicht nur auf das Schiff, sondern auch auf das geladene Petroleum übergreifen konnte. Das brennende Öl verteilte sich auf einem 4 km langen Streifen über das Meer.


„Der Ölmann“

Aufgrund dieser Ereignisse wird das Schiff im Zandvoorter Volksmund auch „Der Ölmann“ (nl. De Olieman) genannt. Es handelte sich dabei um einen Dreimaster des Segelschiffstyps Bark, der im 19. Jahrhundert als Hochseefrachtschiff weit verbreitet war. Die St. Nicolas stammte aus St. John, einem kleinen Hafen im Norden Kanadas. Auf seiner letzten Fahrt stand es unter Kommando des englischen Kapitäns James Whitney.


 

@Rob Bossink


Gezeiten vor Zandvoort

Das letzte Mal tauchte die St. Nicolas Anfang Oktober 2020 vor Zandvoort aus dem Wasser auf. Einen Überblick über die Gezeiten sowie das nächste extreme Niedrigwasser bietet die niederländische Gezeitentabelle. Der zu Zandvoort nächstgelegene Hafen ist Ijmuiden: http://www.watersportalmanak.nl/getijdentabellen-2020/ijmuiden.

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